12 Ideen zum Selberbauen: von kostenlos bis Traumspielplatz

Ich weiß noch genau, wie ich damals auf diesem Spielplatz stand, dem mit dem orangen Kletterturm aus Plastik, der aussah wie direkt aus den 90ern gebeamt. Mein Kind hat fünf Minuten gespielt und wollte dann lieber Stöcke sammeln. Und ich dachte: Wir haben einen Garten. Einen echten, mit Erde drin. Warum steht da nichts?

Der erste Google-Versuch war ehrlich gesagt einschüchternd. Fertige Spielplatzsysteme, tausende Euro, Aufbauanleitungen die aussahen wie Ikea auf Speed. Aber dann stieß ich auf Fotos von Spielplätzen aus Paletten, Autoreifen, Weidenzweigen und plötzlich dachte ich: Das kann ich. Das kann eigentlich jeder.

Dieser Artikel zeigt dir, wie du einen DIY Kinderspielplatz im Garten selbst baust, der nicht nur günstiger ist als der gekaufte, sondern auch schöner, nachhaltiger, und irgendwie viel mehr deins. Mit vollständigen Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Paletten-Tipi, Weidenzweig-Tunnel, Paletten-Matschküche und Wasserwand. Und mit Ideen, die auch auf kleinen Grundstücken funktionieren.


Bevor du loslegst: 3 Fragen die alles einfacher machen

Ein DIY Kinderspielplatz scheitert meistens nicht am Handwerk. Er scheitert an zu vielen Ideen auf einmal, zu wenig Platz und dem berühmten Moment, in dem man mittendrin steht und denkt: Hätte ich das mal vorher durchgedacht. Diese drei Fragen helfen dir, das zu vermeiden.

Wie viel Platz habe ich wirklich?

Nicht Gartenfläche, sondern Spielfläche. Also der Bereich, der wirklich frei ist und bleibt. Schon 15 Quadratmeter reichen für einen erstaunlich guten Spielbereich, wenn man ihn richtig plant. Für den Balancierparcours aus Baumstämmen genügen 10 Quadratmeter. Für ein Paletten-Tipi brauchst du etwa 4 x 4 Meter. Für den Weidenzweig-Tunnel mindestens 2 Meter Länge und 1,5 Meter Breite.

Für welches Alter baue ich?

Das klingt banal, macht aber einen riesigen Unterschied. Kleinkinder unter drei Jahren brauchen Bodennähe, weiche Untergründe und Dinge zum Wühlen und Fühlen. Sandbereich, Balancierbaumstämme, Matschküche. Kinder ab vier Jahren wollen klettern, verstecken, bauen. Ab sechs Jahren wird es abenteuerlicher: Tunnel, Kletterwand, Reifen-Parcours. Und der schöne Nebeneffekt beim DIY: Du kannst den Spielplatz mitwachsen lassen.

Welches Budget ist realistisch?

Grobe Orientierung: Mit 0 bis 30 Euro baust du einen Balancierparcours aus gefundenen Baumstämmen oder einen Weidenzweig-Tunnel. Mit 30 bis 80 Euro entsteht ein Paletten-Tipi oder eine einfache Matschküche. Für die aufwendige Paletten-Matschküche mit Wassersystem liege ich bei ca. 60 bis 100 Euro. Die meisten Projekte in diesem Artikel liegen unter 80 Euro. Paletten bekommst du häufig auch kostenlos beim lokalen Handel.


Der Untergrund: die Entscheidung, die die meisten zu spät treffen

Erst den Kletterturm bauen, dann merken dass das Kind auf hartem Betonstein steht – das ist leider kein seltenes Szenario. Den Untergrund solltest du vor allem anderen planen, denn er ist nachher kaum noch zu ändern.

Hackschnitzel

Der Klassiker für Spielplätze und mein persönlicher Favorit für naturnahe Gärten. Hackschnitzel dämpfen Stürze gut, sind pflegeleicht, sehen nach einem Jahr aus wie ein echter Waldspielplatz und kosten deutlich weniger als Sand. Ein Kubikmeter reicht für etwa 5 bis 7 Quadratmeter bei einer Schichtdicke von 15 cm, die für Fallschutz empfohlen wird. Tipp: Immer ein Bodenvlies drunter legen, sonst wächst dir in zwei Jahren der Spielplatz zu.

Rindenmulch

Ähnlich wie Hackschnitzel, aber feiner und dekorativer. Etwas weicher beim Aufprall, zersetzt sich aber schneller. Gut für kleinere Bereiche, die auch optisch gepflegt aussehen sollen.

Sand

Ideal für den Buddelbereich, weniger geeignet als Fallschutz unter Klettergeräten. Sand wird schnell hart und nass, wenn er keine Drainage hat. Wenn du Sand verwendest, lohnt sich ein Holzrahmen als Einfassung und ein Abdecknetz gegen Katzen.

Rasen

Geht, dämpft aber kaum. Bei häufig bespielten Flächen wird er schnell kahl und matschig. Als Untergrund unter einem Paletten-Tipi oder Weidenzweig-Tunnel ist er völlig in Ordnung, unter echten Klettergeräten nicht empfohlen.

DIY Kinderspielplatz für kleine Gärten: Balancierparcours aus Baumstämmen

Das ist das perfekte Einstiegsprojekt. Es braucht kaum Material, funktioniert auf 10 bis 15 Quadratmetern, sieht wunderschön natürlich aus und Kinder von 2 bis 10 Jahren spielen damit. Wer mag, kann ihn jederzeit erweitern.

Material
  • 4 bis 6 Baumstammscheiben oder kurze Rundhölzer (Durchmesser 20 bis 40 cm, Höhe 15 bis 25 cm)
  • 2 bis 3 längere Baumstämme zum Balancieren (Länge 1 bis 2 m, Durchmesser 10 bis 15 cm)
  • Optional: Trittsteine aus Naturstein oder Baumwurzeln
  • Spaten, Wasserwaage
Anleitung
  1. Standort auswählen: Ebene Fläche, möglichst auf Hackschnitzel oder Rasen. Den Verlauf des Parcours grob mit Schnur oder Kreide markieren.
  2. Baumstammscheiben einsetzen: Leicht in die Erde eingraben, damit sie nicht wackeln. Mit der Wasserwaage prüfen, dass die Oberfläche möglichst eben ist. Kinder unter 3 Jahren: Scheiben tief genug eingraben, sodass der Höhenunterschied maximal 10 cm beträgt.
  3. Balancierbalken positionieren: Die langen Rundhölzer zwischen den Scheiben auflegen oder leicht eingraben. Ein kleiner Abstand zu den Scheiben macht das Balancieren interessanter.
  4. Abstände variieren: Nicht alle Elemente gleich weit auseinandersetzen – unterschiedliche Abstände machen den Parcours anspruchsvoller.
  5. Optional erweitern: Mit der Zeit Trittsteine, Natursteinstufen oder sogar einen kleinen Sandbereich ergänzen.

Kosten: 0 bis 30 Euro, je nachdem ob du Hölzer findest oder kaufst. Viele Sägewerke und Forstbetriebe geben Resthölzer günstig oder kostenlos ab.

Balancierparcours aus Baumstämmen

Paletten-Tipi: das Spielhaus aus 2 Paletten

Ich liebe dieses Projekt so sehr, weil das Ergebnis wirklich umwerfend aussieht und das mit zwei Europaletten, ein paar Schrauben und einer Dose Gartenfarbe. Das Tipi wird zum festen Rückzugsort, Leseecke, Matschküchen-Nachbar und Regenlager in einem. Ab circa 4 Jahren.

Material
  • 2 Europaletten (120 x 80 cm)
  • 2 Scharniere (stabil, Außeneinsatz)
  • 4 bis 6 Holzschrauben M6 plus Bohrer
  • Schleifpapier (Körnung 80 und 120)
  • Außenfarbe oder Holzlasur in Wunschfarbe
  • Optional: Lichterkette, Outdoor-Kissen, Teppich
Anleitung
  1. Paletten vorbereiten: Beide Paletten gründlich schleifen, zuerst mit Körnung 80, dann mit 120. Splitter entfernen, alle Nägel die herausstehen einschlagen oder entfernen. Das ist der wichtigste Schritt für die Kindersicherheit.
  2. Scharniere montieren: Die zwei Paletten mit den Schmalseiten aneinandersetzen und oben mit den Scharnieren verbinden. Am besten zu zweit: Eine Person hält, die andere schraubt. Die Scharniere müssen auf der Außenseite sitzen, damit die Paletten sich nach innen öffnen können.
  3. Aufstellen und Winkel prüfen: Das Tipi aufstellen und den Öffnungswinkel einstellen. Optimal sind 90 bis 100 Grad, dann steht es stabil und hat genug Platz innen. Den Winkel mit einem Seil oder einer Kette an den Unterseiten fixieren, damit es sich nicht weiter öffnet.
  4. Streichen: Jetzt kommt der schöne Teil. Außenfarbe in Wunschfarbe auftragen, mindestens zwei Schichten. Zwischen den Schichten trocknen lassen. Für das klassische Paletten-Tipi-Feeling: Mintgrün, Altrosa oder Hellblau.
  5. Einrichten: Outdoor-Kissen reinlegen, eine Lichterkette außen befestigen, kleinen Teppich rein – fertig ist der beste Rückzugsort im Garten.

Kosten: ca. 30 bis 50 Euro. Paletten bekommst du oft kostenlos bei Baumärkten, Gartenmärkten oder über Online-Kleinanzeigen.

Schwierigkeitsgrad: Einfach. Werkzeug: Akkuschrauber, Schleifpapier. Zeitaufwand: 2 bis 3 Stunden.

Tippi aus Paletten

Autoreifen im Garten: günstig, robust und überraschend vielseitig

Autoreifen auf dem Spielplatz – das klingt erstmal nach Schrottplatz-Ästhetik. Aber wenn man sich die Pinterest-Boards so anschaut: Wenn es gut gemacht ist, sieht es richtig toll aus. Und vor allem ist es kostenlos oder fast kostenlos. Viele Werkstätten geben alte Reifen gratis ab – einfach fragen.

Welche Reifen sind geeignet?

Wichtig: Nur PKW-Reifen verwenden, keine LKW- oder Traktorreifen (zu schwer, nicht kindgerecht). Die Reifen dürfen keinen freigelegten Stahldraht haben – also kurz die Lauffläche und die Innenseite prüfen. Außen sauber schrubben, trocknen lassen. Für Spielplätze empfehle ich zusätzlich: mit Außenfarbe oder Sprühfarbe bemalen – sieht schöner aus und schützt vor Witterung.

Anleitung 1: Reifenschaukel

Material
  • 1 PKW-Reifen (gesäubert)
  • 2 Meter stabiles Seil oder Kette (mind. 200 kg Tragkraft)
  • 2 Karabinerhaken (Außeneinsatz, mind. 100 kg)
  • Stabiler Ast oder Schaukelgestell-Querbalken (mind. 8 cm Durchmesser)
  • Bohrmaschine
Anleitung
  1. Wasserabfluss sicherstellen: An der tiefsten Stelle des Reifens (wenn er horizontal hängt) mehrere Löcher bohren, damit kein Wasser stehen bleibt.
  2. Befestigungspunkte bohren: Zwei Löcher oben am Reifen (gegenüberliegend), durch die das Seil geführt wird.
  3. Seil einfädeln und verknoten: Seil durch die Löcher führen, unten mit einem Seemannsknoten sichern. Doppelt knoten, dann nochmals prüfen.
  4. Karabiner befestigen: Oben am Seil Karabinerhaken einhängen, am Ast oder Querbalken befestigen.
  5. Belastungstest: Erst selbst stark daran ziehen und das Gewicht langsam belasten, bevor Kinder draufsitzen. Hängehöhe: Der Reifen sollte in Ruhe ca. 30 bis 40 cm über dem Boden hängen.
Reifenschaukel Garten
Reifenschaukel Garten

Anleitung 2: Krabbeltunnel aus gestapelten Reifen

Dieser Tunnel ist eines der beliebtesten Elemente auf naturnahen Spielplätzen und kostet fast nichts. Kinder lieben es, sich durchzuwühlen und es ist ein echter Sensorik-Booster. Passend zum Barfuß-Fühlpfad aus unserem Artikel Kreative Sinnesspiele für Kinder.

Material
  • 4 bis 6 gleich große PKW-Reifen
  • Gartendraht, Seile oder starke Kabelbinder
  • Spaten
  • Optional: Holzbretter für Bodenplatte
Anleitung
  1. Standort und Ausrichtung: Den Tunnel leicht in den Hang einbetten oder auf ebenem Boden aufbauen. Die Reifen werden horizontal aneinander gelegt – also flach auf dem Boden wie ein Röhrentunnel.
  2. Reifen eingraben: Jeden Reifen leicht eingraben, sodass er nicht wegrutscht – ca. 5 bis 8 cm tief. Die Reifenöffnungen müssen bündig aufeinander treffen.
  3. Reifen verbinden: Je zwei nebeneinanderliegende Reifen mit starkem Gartendraht, großen Kabelbindern oder starkem Seil an mindestens 4 Punkten pro Verbindung sichern.
  4. Boden gestalten: Optional eine Holzplatte oder Rindenmulch im Inneren auslegen – verhindert Matsch und macht das Durchkrabbeln angenehmer.
  5. Kanten prüfen: Alle Kanten und Drähte ertasten – nichts darf hervorstehen oder scharf sein.
  6. Optional bemalen: Mit Outdoorfarbe die Reifen bunt gestalten – sieht klasse aus und schützt den Gummi.

Kosten: Fast nichts. Reifen kostenlos von der Werkstatt, Kabelbinder aus dem Baumarkt für ca. 3 Euro.

Reifentunnel Garten

Weidenzweig-Tunnel selber bauen: der lebende Kinderspielplatz

Das ist mein absolutes Lieblingsprojekt in diesem Artikel. Nicht weil es das schnellste wäre, es braucht eine ganze Saison, bis es fertig ist. Sondern weil das Ergebnis einfach unglaublich schön ist. Ein lebender grüner Tunnel, der im Sommer begrünt und im Winter sein Skelett zeigt, und der von Jahr zu Jahr dichter wird.

Weidenstäbe sind Wunderwaffen im Garten: Du steckst sie einfach in die Erde und sie wachsen. Kein Topf, kein Dünger, kein grüner Daumen nötig.

Material
  • 20 bis 30 frische Weidenstäbe (Salix viminalis, mind. 1,5 m lang, ca. 1 bis 2 cm Durchmesser)
  • Gartendraht oder Bast zum Verflechten
  • Spaten oder Erdspieß
  • Messschnur zum Markieren
  • Gießkanne
Bester Zeitpunkt

Frühjahr (Februar bis März) oder Herbst, wenn die Weide noch oder wieder im Ruhezustand ist. In dieser Zeit nehmen die Stäbe am schnellsten Wurzel.

Anleitung
  1. Tunnelform abstecken: Mit Messschnur zwei parallele Linien abstecken – der Abstand bestimmt die Tunnelbreite (empfohlen: 80 bis 100 cm). Länge nach Wunsch, mindestens 1,5 Meter für einen echten Tunnel-Effekt.
  2. Weidenstäbe stecken: Alle 20 bis 30 cm einen Weidenstab senkrecht in die feuchte Erde stecken – mindestens 30 cm tief. Abwechselnd links und rechts der Linie entlang.
  3. Bögen formen: Jeweils einen Stab von links mit einem von rechts zusammenbiegen und oben verflechten oder mit Gartendraht fixieren. So entsteht die Bogenform des Tunnels.
  4. Querverstrebungen einarbeiten: Einige Stäbe diagonal durch die Bögen flechten – das gibt dem Tunnel Stabilität und sieht schöner aus.
  5. Gut wässern: In den ersten vier Wochen regelmäßig gießen, besonders bei trockenem Frühling. Die Stäbe brauchen Feuchtigkeit zum Anwurzeln.
  6. Wachstum begleiten: Nach 4 bis 6 Wochen treiben die ersten Blätter aus. Neue Triebe kannst du in die Tunnelform einarbeiten – einfach verflechten. Im ersten Sommer ist der Tunnel noch spärlich, ab dem zweiten Jahr wird er dicht.

Kosten: Ca. 10 bis 25 Euro für die Weidenstäbe. Alles andere hast du wahrscheinlich schon.

Weidentunnel Garten
Weidentunnel Garten

Paletten-Matschküche mit Wasserrohren: das Deluxe-Upgrade

Wer schon mal eine Matschküche gebaut hat, weiß: Kinder spielen damit stundenlang. Diese Version hier ist die nächste Stufe. Mit einem echten Wasserrohrsystem, einem Sand- und einem Wasserbecken, und oben drauf noch ein Kräuterkästchen. Klingt aufwendig, ist aber ein Nachmittagsprojekt.

Material
  • 1 bis 2 Europaletten (120 x 80 cm)
  • HT-Rohre 50 mm Durchmesser: ca. 1,5 m plus 2 bis 3 Winkelstücke (90 Grad)
  • 2 Plastikwannen (passend zur Palettenbreite)
  • Holzschrauben (Außeneinsatz), Akkuschrauber
  • Metallhaken oder Rohrschellen zum Fixieren der Rohre
  • Optional: Kräuterkästen, Erde, Kräuterpflänzchen für oben
  • Holzöl oder Lasur für die Palette
Anleitung
  1. Palette vorbereiten: Schleifen, alle Nägel kontrollieren, mit Holzöl oder Lasur behandeln. An eine Wand oder ein Gartenhaus lehnen oder frei stehend mit Winkelverbindern sichern.
  2. Wannen einpassen: Die untere Wanne (Wasserbecken) in die unterste Palettenebene einpassen, am besten die Querlatten leicht auseinanderschieben oder eine Aussparung schaffen. Die zweite Wanne (Sandbecken) daneben auf einer Holzplatte befestigen.
  3. Wasserrohrsystem planen: Das Rohr führt von einem erhöhten Eimer oder einer Gießkannenstelle an der Seite nach unten in die Wasserwanne. Mit Winkelstücken Kurven einbauen, das macht das System interessanter für Kinder.
  4. Rohre befestigen: Mit Rohrschellen oder starken Kabelbindern an der Palette fixieren. Darauf achten, dass das Rohr leicht geneigt ist, damit das Wasser fließt.
  5. Kräuterkästen oben: An der Oberseite der Palette eine Holzleiste befestigen und Blumenkästen einhängen. Mit Minze, Zitronenmelisse oder Basilikum bepflanzen, die Kinder können beim Kochen direkt die Kräuter riechen und pflücken.
  6. Wasser testen: Mit einer Gießkanne von oben einfüllen und schauen ob alles dicht läuft und die Rohre halten. Fertig.

Kosten: ca. 50 bis 90 Euro, je nach Wannengröße und Rohrsystem. Palette oft kostenlos.

Matschküche Garten
Matscheküche Garten

DIY Wasserwand: das MINT-Highlight im Garten

Oh mein Gott, diese Wasserwand. Ich habe das Foto zum ersten Mal gesehen und dachte sofort: Das ist ein Physiklabor für Kinder. Trichter, flexible Schläuche, Rohre, Wassermühlen, alles befestigt an einem Gitterzaun oder einer Palette. Das Wasser läuft rein, fließt durch ein verschlungenes System und kommt unten in einer Wanne an. Und das Beste: Die Kinder können das System jederzeit umstecken und neue Wege bauen.

Das fördert nicht nur Motorik und Konzentration, das ist echtes wissenschaftliches Denken in Spielform. Richtung, Druck, Menge, Schwerkraft. Alles erfahrbar.

Material
  • 1 Holzgitter, alte Palette oder Rankgitter als Rückwand (mind. 80 x 80 cm)
  • Flexible Wellrohre in verschiedenen Farben (Durchmesser ca. 4 bis 5 cm)
  • 2 bis 3 Plastiktrichter (verschiedene Größen)
  • PVC-Rohrstücke und Winkelstücke (50 mm)
  • Starke Kabelbinder (diverse Größen)
  • 2 Plastikwannen als Auffangbecken
  • Optional: Wassermühle, Messbecher, kleine Gießkannen für Kinder
Anleitung
  1. Rückwand befestigen: Das Holzgitter oder die Palette stabil aufstellen oder an einer Wand / einem Zaun fixieren. Es muss dem Gewicht von spielenden Kindern standhalten, die daran ziehen.
  2. Wasserwege planen: Trichter oben, Rohre in der Mitte, Auffangwanne unten – das ist das Grundprinzip. Von oben nach unten denken, mit Neigung damit das Wasser fließt.
  3. Trichter befestigen: Trichter oben am Gitter mit Kabelbindern fixieren – aber nicht zu fest, sodass Kinder sie umpositionieren können. Das ist der Clou: Das System soll veränderbar bleiben.
  4. Rohre und Schläuche anbringen: Flexible Wellrohre durch die Gitteröffnungen führen und mit Kabelbindern sichern. Winkelstücke einbauen wo das Wasser die Richtung wechseln soll. Auch hier gilt: locker genug damit Kinder tauschen können.
  5. Wannen positionieren: Unten die Auffangwannen aufstellen, direkt unter den Rohrenden. Leicht eingraben oder mit Steinen fixieren.
  6. Wassermühle einbauen (optional): Eine Kinderwassermühle in das System integrieren – sie dreht sich wenn Wasser drüber fließt. Absolutes Highlight.
  7. Testen: Gießkanne nehmen, Wasser oben einfüllen, beobachten. Jetzt dürfen die Kinder das System umbauen so oft sie wollen.

Kosten: ca. 20 bis 40 Euro. Sehr gut erweiterbar – mit der Zeit kann das System wachsen.

Tipp: Im Winter einfach die Wannen reinholen, das Gitter bleibt draußen. Im Frühjahr alles wieder aufbauen.

Wasserwand Garten
Wasserwand Garten

Naturspielplatz: Ideen, die fast nichts kosten

Nach all den Anleitungen jetzt mal durchatmen – und ein paar Ideen, für die du fast kein Geld ausgeben musst. Ein Naturspielplatz muss nicht komplex sein. Manchmal sind es die einfachsten Dinge, die Kinder am längsten beschäftigen.

Die Matschküche in der einfachsten Version: alte Küchenutensilien, eine Schüssel Wasser, Erde. Fertig. Wer mehr möchte, kann mit der Paletten-Version aus Abschnitt 7 einsteigen. Mehr Ideen dazu auch in unserem Artikel: Kreative Sinnesspiele für Kinder.

Kräuterschnecke aus Steinen: Steine aus dem Garten in Spiralform aufschichten, Erde einfüllen, mit Minze, Thymian und Zitronenmelisse bepflanzen. Kinder können Kräuter riechen, abzupfen, verreiben. Ein wunderbares sensorisches Element direkt neben dem Spielplatz.

Totholz-Stapel: Einen Haufen aus alten Ästen und Rindenstücken aufschichten. Das ist gleichzeitig Insektenhotel, Kletterstation und Versteck. Kinder graben darin, entdecken Tausendfüßler und Käfer – Natur pur, ohne Aufwand.

Barfuß-Fühlpfad: Verschiedene Materialien nebeneinander auf dem Boden auslegen – Moos, flache Steine, Sand, Holzscheiben, Gras. Kinder laufen barfuß drüber und benennen was sie spüren. Kostenlos und eine der effektivsten sensorischen Übungen überhaupt.

Sandbereich mit Natursteinrahmen: Einfach Natursteine aufeinander stapeln, Bereich mit Sand füllen. Sieht viel schöner aus als ein Plastik-Sandkasten und kostet einen Bruchteil.

Sicherheit: kurz und ohne Angstmache

Das soll kein Angst-Abschnitt werden. Kinder dürfen klettern, fallen, Kratzer haben. Aber ein paar Dinge lohnt sich vor der ersten Nutzung kurz zu checken.

  • Schrauben versenkt? Kein Schraubenkopf darf überstehen. Einfach mit der Hand drüberfahren.
  • Holz geschliffen? Besonders bei Paletten: nochmals mit Schleifpapier drüber, besonders an Ecken und Kanten.
  • Fallhöhe und Untergrund: Ab 60 cm Fallhöhe empfiehlt sich weicher Untergrund (Hackschnitzel, Sand). Rasen reicht unter 60 cm.
  • Kabelbinder-Enden abschneiden: Alle überstehenden Kabelbinder-Enden kürzen, die können schneiden.
  • Weidenstäbe-Spitzen: Die Enden der Weidenstäbe leicht schräg abschneiden nach dem Einstechen, damit nichts in Augenhöhe spitz raussteht.

Fazit: Dein Garten wird der beste Spielplatz im Viertel

Ich sage dir was: Als der erste Weidenstab im Frühjahr ausgetrieben hat, habe ich meinen Kindern das so aufgeregt gezeigt als wäre Weihnachten. „Schaut mal, er lebt!“ Das Paletten-Tipi steht jetzt seit zwei Sommern, wurde schon Geburtstagshütte, Piratenversteck und Bücherei. Und die Wasserwand, die spielen sie immer noch, jede Woche neu.

Du musst nicht alles auf einmal bauen. Such dir ein Projekt heraus, das zu deinem Garten und deinem Budget passt, und leg los. Der Spielplatz darf wachsen, genauso wie die Kinder.

Und wenn du beim Bauen merkst, dass deine Kinder am liebsten einfach daneben stehen und schauen, dann lass sie mitmachen. Den Pinsel halten beim Tipi. Die Weidenstäbe ins Wasser tauchen. Die Rohre anhalten beim Wassersystem. Das ist dann kein DIY-Projekt mehr, das ist ein gemeinsames Abenteuer.

Zeig mir dein Ergebnis! Wenn du deinen DIY Kinderspielplatz fertig gebaut hast, freue ich mich über ein Foto in den Kommentaren. Ich bin wirklich gespannt was ihr zaubert.


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